Grenzkammtour

Reisedauer: 8 Tage · Schwierigkeitsgrad: mittelschwer · Teilnehmerzahl: 6–12
Diese Langlauftour führt Sie entlang der deutsch-tschechischen Grenze, auf der tschechischen Seite des Grenzkamms, durch den Nationalpark Böhmerwald in seiner gesamten Länge. – Eine einmalige Gelegenheit, die Natur, Geographie, Geschichte und Schönheit der verschiedenen Regionen des Nationalparks kennenzulernen!

Termin: Gruppenreisen nach Wunsch

Grundpreis für GruppenCZK/Pers. 12500,– (ca. EUR 520,–)

Anders als bei unseren „klassischen“ Reisen wohnen wir bei der Grenzkammtour nacheinander an drei verschiedenen Orten in verschiedenen Teilen des Nationalparks Šumava, um den unterschiedlichen Charakter des Böhmerwalds in den einzelnen Regionen kennenzulernen. Unser Weg am Grenzkamm entlang führt zu den höchsten Gipfeln des Nationalparks, aber auch in kleine und größere Ortschaften, die häufig fesselnde Geschichte erzählen. Und die meist maschinengespurte Loipe bringt uns bis zu den kleinen Natur- und Kulturdenkmälern des Böhmerwalds: zu den Schwemmkanälen, den interessanten wie abwechslungsreichen Ausstellungen in den Informationszentren des Nationalparks oder zur Moldauquelle …

Unterkünfte: 2× Prášily/Stubenbach, 3× Kvilda/Außergefild, 2× Stožec/Tusset, mit Gepäcktransport

Reiseleiter: Jaroslav Neužil, Soňa Kabelová, Samuel Beneš.


Reiseablauf

SA Treffpunkt am Grenzbahnhof Bayerisch Eisensten um 15.11 Uhr. Anschließend Busfahrt zur Unterkunft, Vorstellungsrunde und Programmvorstellung.
SO Ausflug über das ehemalige Glasmacherdorf Hurkental/Hůrka zum Laka-See, an der Grenze entlang zurück. 18 km, mittelschwer
MO Wir laufen weiter über Poledník/Mittagsberg und am Rachelbach/Roklanský potok entlang nach Modrava/Mader. Dann mit dem Kleinbus weiter nach Kvilda. 25 km, mittelschwer
DI Durch tiefe Walder zum ehemaligen Forsthaus Pürstling (Lusenblick), zurück am Maderbach/Modravský potok entlang. 20 km, leicht
MI Zu den Bergdörfern Kvilda und Horská Kvilda (Holzschnitzerei). Wir geben gerne Tipps für Verlängerungen und Abstecher. 12 km, leicht
DO Von Kvilda aus zur Moldauquelle/Prameny Vltavy und weiter entlang der Grenze durch die „verschwundenen“ Dörfer Buchwald (bei gutem Wetter Alpenblick) und Fürstenhut nach Strážný. Von hier aus mit dem Kleinbus nach Stožec. 27 km, leicht
FR Über Wiesen und durch den Wald nach České Žleby/Böhmisch Röhren, am "Goldenem Steig" entlang zur Grenze, dann eine lange leichte Abfahrt durch das ehemalige Dorf Schönberg und entlang der Kalten Moldau/Studená Vltava zurück nach Stožec (Abschiedsabend). 20 km, leicht
SA Rückfahrt nach Bay. Eisenstein, wir kommen ca. um 11.30 Uhr am Bahnhof an.

Tagesziele

Lakasee
Prášilské jezero
Mittagsberg
Poledník
Nationalpark Böhmerwald
Národní park Šumava
Stubenbachersee
Prášilské jezero
Stubenbach
Prášily
Mader
Modrava
Aussergefild
Kvilda
Moldauquelle
pramen Vltavy
Tusset
Stožec
Böhmisch Röhren
České Žleby
Goldener Steig
Zlatá stezka

Unterkunft und Verpflegung

Stožec – Pension U Stožecké kaple, 800 m ü. M.

Die kleine Familienpension liegt im südlichen, sehr ruhigen Teil des Nationalparks Böhmerwald. Die Zimmer haben verschiedene Größe: EZ, DZ und Appartements (2 x DZ mit WC und Dusche bzw. Badewanne). Die Küche lässt sich gerne auch auf Wünsche der Gäste ein: hier bekommen Sie typische tschechische Küche. Die Ortschaft Stožec ist sehr ruhig gelegen, gewissermaßen „am Ende der Welt“, nahe am Dreiländereck Tschechien – Deutschland – Österreich.

Prášily – Pension U Michala, 900 m ü. M.

Die kleine Pension in der Mitte der ebenfalls kleinen Ortschaft verfügt über 1-, 2– und 3-Bettzimmer, für größere Gruppen können ggf. auch Appartements gebucht werden. Die Wirte sind sehr freundlich und entgegenkommend. Das Restaurant und der kleine Laden im Erdgeschoss sind tagsüber ein beliebter Zwischenstopp für viele Besucher der Region, auch wegen dem guten Angebot an überwiegend landestypischen Gerichten.

Kvilda – Chata u Krále Šumavy, 1.000 m ü. M.

Die Pension „Zum König des Böhmerwaldes“ wurde unlängst neu renoviert. Das Restaurant im Erdgeschoss bietet sehr gute böhmische und internationale Küche. Kvilda, eines von den größeren Dörfern im Nationalpark Šumava, ist idealer Ausgangspunkt für unsere Tagestouren durch den zentralen Böhmerwald.


Im Preis inbegriffen

  • 7× Übernachtung in DZ mit Du/WC
  • 7× Halbpension
  • alle Transporte in der Tschechischen Republik
  • Eintrittskarten
  • Landkarten und ggf. Stadt- oder Loipenpläne
  • technische Unterstützung (kleine Reparaturen, Skiwachs inkl. Beratung, …)
  • 1 – 3 Reiseleiter (je nach Gruppengröße) für die gesamte Reise
  • Abendprogramm: z.B. Tschechisch-Sprachkurs, Diashow, Informationen zur Tschechischen Republik, Gesprächsrunden u.v.m.
  • Bücherkiste mit Literatur zur Tschechischen Republik und zur Region

Übersichtskarte


Stimmen der Reiseteilnehmer/-innen

Langlauf auf den Höhen des Böhmerwaldes – Erholung und Genuß für Körper, Geist und Seele!

Stunden unterwegs in dieser weißen Stille, unterbrochen von Pausen mit heißem Tee und Brotzeit aus dem Rucksack, oder einfach stehenbleiben und schauen –  die stille Schönheit dieser herben Landschaft geht unter die Haut. Einkehren in gemütlichen Kneipen, eine heiße Suppe oder ein deftiges Essen…

Unübertroffen das Talent von Jaroslav und seinem Team, je nach Laune, Wetter und Kondition zahlreiche Varianten, Abkürzungen, Verlängerungsmöglichkeiten vorzuschlagen. Keiner wird überfordert, und auch die sportlichsten kommen auf ihre Kosten!

Claudia 2006


Rüdiger: Unter der Skimütze

Wir wanderten im Böhmerwald,
der Winter war weiss,
es ging da Berg und Tal entlang,
es rann uns der Schweiss.

Refrain:
Wir lieben die Šumava,
wie ist sie so schön,
und alles was Dein Auge sah,
will nicht mehr vergeh’n.

Die Fichtenhänge wölbten sich
am Blauhorizont.
Und wenn die Sonne rot versank,
wir wurden belohnt.

Refrain

Uns murmelte der Rachelbach
aus uralter Zeit,
er hat von manchem Ungemach
das Herz uns befreit.

Refrain

Dort an der Moldau quillt es noch
und kommt nicht zur Ruh,
die Wasser grüssen fernes Land,
sie sind Ich und Du.

Refrain

Bis an die Nordsee strömen wir,
und Prag ist nicht weit,
bei Hamburg liegt der Euro schon
in Säcken bereit.

Refrain

Das alles hat sich ausgedacht
Begegnung mit Böhm’
und dankbar sind wir aufgewacht,
wir müssen’s nur neh’m.

Refrain

auf die Melodie von Smetana „Die Moldau“
18. 01. 2002


An Jaroslav und Samuel:

Liebe Freunde!
Nochmals vielen Dank für die schönen Tage mit Ihrer engagierten „Mannschaft“ in ŠUMAVA.
Ihr habt uns Ihre heimat sehr nahe gebracht!
Gute Zeit und viele Grüße!
Werner 27. 2. 2007


Aus dem Tagebuch 20.-27.1.2001

Montag, 22.1. – 19 km entlang königlicher Bauernhöfe und des Teattauer Schwemmkanals.

Uber einen ehemals „könischenÖ Bauernhof nach Horská Kvilda (Innergefield), in das Hammerbachtal. Romantische Abfahrt (200 HM/3,5 km) zum Zeltplatz Antýgl (Böhmerwälderdeutsch: Glasverhüttung mit nur (einem) Sprich: An Tiegel) ebenfalls ein ehem. könischer Bauernhof.

Diese Höfe wurden vom böhmischen König als Enklave gestifftet zur Landnahme und Grenzbeobachtung. Privilegien der freien (!) Bauern: Waldhonig, Pech, Holz und begrenzt auch Jagd. Ausgestattet mit Glokentürmchen. Diese Höfe wurden überwiegend von Deutschen Siedler betrieben.

Durch das Zeltplatzgelände 50 HM steiler Aufstieg zum Tettauer Schwemmkanal, einem 14 km langen Triftkanal. Erbauer Ing. Rosenauer, Schwarzenbergischer Forstbeamter (1799–1801). Beachtlich ist die kühne Trassenführung an dem steilen Hang. Der Kanal ist 14 km lang.

Bis zum Beginn des 20. Jh. War Holztransport über weite Distanzen nur im Winter mit Hörnerschlitten und Trift bei der Schneeschmelze möglich. Erst 1870 wurde im Böhmerwald die erste Fahrstraße gebaut.

Besuch des Nationalpark-Informationszentrums für Holzwirtschaft und Holztransport und einem eindrucksvollem Geopark mit einer umfangreichen Sammlung großer Blöcke von Plutoniten (Tiefengesteine) und Metamorphiten (Umwandlungsgesteine) des gesammten Böhmerwaldes in Rokyta (Schätzenwald). Wir sahen eine Tonbildschau über Forstwirtschaft und Ökologie.

Nach der Mittagspause laufen wir am Kanal flußaufwärts bis zum Einlaufwehr, das wir überqueren und etwa 100 Höhenmeter aufsteigen, um auf dem Höhenrücken nach Modrava zu laufen, das wir nach einer steilen Abfahrt erreichten. Die Wiesenflächen auf dem Höhenrücken wurden ehemals vom Militär zum Grenzstreifen erklärt, kurzerhand das historische Dorf Tettau auf dieser Lichtung aufgelöst und bis zum letzten Stein abgetragen.

In Modrava aufstieg oder Busfahrt nach Filipova Huť. Wir entscheiden uns für die Busfahrt, denn nach dem Abendessen folgt der Tschechisch-Sprachkurs.

Norbert


Von Dorf zu Dorf durch die verschneite Landschaft Ziehen

Jaroslav Neužil ist glücklich. Wie ein Michael Schumacher der Berge rührt er mit dem Schaltknüppel zwischen den Gängen seines Busses herum ind schlingert die Wege rauf und runter. Schneeflocke wirbeln durch die Luft. Klatschen gegen die Windschutzscheibe. Häufen sich auf dem Erdboden zu einer ein Meter hohen Schicht aus pulverisiertem, weißem Frost… 14 Langläufer, die sich „Go East“ gesagt haben und ihren Skiurlaub im tschechischen Böhmerwald verbringen wollen.

Berge, Wälder, Wiesen. Gletscherseen und Hochmore und Flüße. Von herber Schönheit und unendlich weit dehnt sich der Gebirgszug an der Grenze zu Deutschland un Österreich. 40 Jahre lang militärisches Sperrgebiet, ein Niemandsland, in dem die Natur ungestört wuchern konnte. Schon 1973 haben zwei Böhmerwald-Gemeinden angefangen, zwischen Birken, Buchen und Fichten ein Netzt gut markierten Skiwanderwege aufzubauen. 300 km Loipen ziehen sich heute über die Berge. „Langlaufen ist in Tschechien ein Nationalsport“ sagt Jaroslav, unser Reiseführer.

Von Dorf zu Dorf können Skiwanderer durch die böhmische Landschaft gleiten. Keine schroffen Gipfel und engen Täler begrenzen das Netz der Loipen. Laufen wollen wir dort, so weit die Beine Tragen. Mal werden wir von unsere Pension aufbrechen, mal wird uns Jaroslav mit dem Bus zu unserem Startpunkt fahren. …

…In einem sanftem Auf un Ab geht es über Bergrücken, durch Hohlwege unt Täler.Dich an dicht stehen die Fichten und sind so dick mit weißen Kristallen bedeckt, daß kein Grün mehr an den Zweigen zu erkennen ist. Rauhreif überzieht wie Frostflaum die Kronen der Birken…

… „Soviel Kultur, soviel Natur“ sagt Hildegard neben mir, als wir durch die verschneite Landschaft wieder nach Hause fahren. „Das gibt´s bei uns schon lange nicht mehr!“

Aus „Brigitte“, 27.11.1996

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