Skilanglauf in Stožec/Tusset

Reisedauer: 8 Tage · Schwierigkeitsgrad: leicht · Teilnehmerzahl: 6–15
Die Langlaufwoche in der kleinen Gemeinde Stožec im südlichen Teil des Nationalparks Böhmerwald/Šumava lädt ein zu einem interessanten Vergleich zwischen den geschützten Zonen des NP am Dreiländereck Tschechien – Deutschland – Österreich und der Kulturlandschaft im herrlichen Moldautal.

Termin: Gruppenreisen nach Wunsch

Grundpreis für GruppenCZK/Pers. 12500,– (ca. EUR 520,–)

In dieser weniger besuchten Region des Nationalparks Šumava können Sie die Natur in Ruhe genießen. Naturnah ist auch der Zug als Transportmittel – die Bahn verkehrt von der Endstation in Nové Údolí/Neuthal über Stožec und Černý Kříž in drei verschiedene Richtungen entlang dem Grenzkamm und ins Landesinnere, z.B. in die denkmalgeschützte Stadt Prachatice mit wunderschönem, kleinem Stadtzentrum im Zeichen der Gotik und der Renaissance…

Reiseleiter: Jaroslav Neužil, Soňa Kabelová, Samuel Beneš.


Reiseablauf

SA Treffpunkt am Bahnhof in Passau um 15 Uhr, Busfahrt zur Unterkunft, Vorstellungsrunde und Programmvorstellung.
SO Über Wiesen und durch den Wald nach České Žleby/Böhmisch Röhren, am "Goldenem Steig", einem mittelalterlichen Handelsweg entlang zur Grenze, dann eine lange leichte Abfahrt durch das ehemalige Dorf Schönberg. 15 km, leicht
MO Über die Grenze nach Haidmühle, zuerst schön flach auf der ehemaligen Eisenbahnstrecke, dann bergauf zur Quelle der Kalten Moldau. 15 km, leicht
DI Zum Schwarzenbergischem Schwemmkanal, einem technischen Wunder des beginnenden 19. Jahrhunderts. Für Leistungsstarke: Abstecher zum Plockensteiner Gletschersee/Plešné jezero. Für alle eine gemütliche Abfahrt nach Nová Pec/Neuofen und mit dem Zug zurück. 20 – 25 km, mittelschwer
MI Kulturausflug: Zugfahrt in die Renaissance-Stadt Prachatice
DO Zuerst bergauf zur Tussetkapelle/Stožecká kaple, dann durch die Wälder nach Lenora/Eleonorenhain (Besichtigung einer Glashütte). Zurück mit dem Zug. 15 km, leicht
FR Durch das wunderschöne Tal der Kalten Moldau entlang zur Grenze nach Nové Údolí/Neuthal, dann bergauf zum Schwarzenbergischen Schwemmkanal/Švarcenberský plavební kanál und abschließend eine gemütliche Abfahrt nach Stožec/Tusset (Abschiedsabend). 15 km, mittelschwer
SA Rückfahrt nach Passau, wo wir ca. um 11 Uhr am Bahnhof ankommen.

Tagesziele

Schwarzenbergischer Schwemmkanal
Schwarzenberský plavební kanál
Prachatitz
Prachatice

Unterkunft und Verpflegung

Stožec – Pension U Stožecké kaple, 800 m ü. M.

Die kleine Familienpension liegt im südlichen, sehr ruhigen Teil des Nationalparks Böhmerwald. Die Zimmer haben verschiedene Größe: EZ, DZ und Appartements (2 x DZ mit WC und Dusche bzw. Badewanne). Die Küche lässt sich gerne auch auf Wünsche der Gäste ein: hier bekommen Sie typische tschechische Küche. Die Ortschaft Stožec ist sehr ruhig gelegen, gewissermaßen „am Ende der Welt“, nahe am Dreiländereck Tschechien – Deutschland – Österreich.


Im Preis inbegriffen

  • 7× Übernachtung in DZ mit Du/WC
  • 7× Halbpension
  • alle Transporte in der Tschechischen Republik
  • Eintrittskarten
  • Landkarten und ggf. Stadt- oder Loipenpläne
  • technische Unterstützung (kleine Reparaturen, Skiwachs inkl. Beratung, …)
  • 1 – 3 Reiseleiter (je nach Gruppengröße) für die gesamte Reise
  • Abendprogramm: z.B. Tschechisch-Sprachkurs, Diashow, Informationen zur Tschechischen Republik, Gesprächsrunden u.v.m.
  • Bücherkiste mit Literatur zur Tschechischen Republik und zur Region

Übersichtskarte


Stimmen der Reiseteilnehmer/-innen

Langlauf auf den Höhen des Böhmerwaldes – Erholung und Genuß für Körper, Geist und Seele!

Stunden unterwegs in dieser weißen Stille, unterbrochen von Pausen mit heißem Tee und Brotzeit aus dem Rucksack, oder einfach stehenbleiben und schauen –  die stille Schönheit dieser herben Landschaft geht unter die Haut. Einkehren in gemütlichen Kneipen, eine heiße Suppe oder ein deftiges Essen…

Unübertroffen das Talent von Jaroslav und seinem Team, je nach Laune, Wetter und Kondition zahlreiche Varianten, Abkürzungen, Verlängerungsmöglichkeiten vorzuschlagen. Keiner wird überfordert, und auch die sportlichsten kommen auf ihre Kosten!

Claudia 2006


Rüdiger: Unter der Skimütze

Wir wanderten im Böhmerwald,
der Winter war weiss,
es ging da Berg und Tal entlang,
es rann uns der Schweiss.

Refrain:
Wir lieben die Šumava,
wie ist sie so schön,
und alles was Dein Auge sah,
will nicht mehr vergeh’n.

Die Fichtenhänge wölbten sich
am Blauhorizont.
Und wenn die Sonne rot versank,
wir wurden belohnt.

Refrain

Uns murmelte der Rachelbach
aus uralter Zeit,
er hat von manchem Ungemach
das Herz uns befreit.

Refrain

Dort an der Moldau quillt es noch
und kommt nicht zur Ruh,
die Wasser grüssen fernes Land,
sie sind Ich und Du.

Refrain

Bis an die Nordsee strömen wir,
und Prag ist nicht weit,
bei Hamburg liegt der Euro schon
in Säcken bereit.

Refrain

Das alles hat sich ausgedacht
Begegnung mit Böhm’
und dankbar sind wir aufgewacht,
wir müssen’s nur neh’m.

Refrain

auf die Melodie von Smetana „Die Moldau“
18. 01. 2002


An Jaroslav und Samuel:

Liebe Freunde!
Nochmals vielen Dank für die schönen Tage mit Ihrer engagierten „Mannschaft“ in ŠUMAVA.
Ihr habt uns Ihre heimat sehr nahe gebracht!
Gute Zeit und viele Grüße!
Werner 27. 2. 2007


Aus dem Tagebuch 20.-27.1.2001

Montag, 22.1. – 19 km entlang königlicher Bauernhöfe und des Teattauer Schwemmkanals.

Uber einen ehemals „könischenÖ Bauernhof nach Horská Kvilda (Innergefield), in das Hammerbachtal. Romantische Abfahrt (200 HM/3,5 km) zum Zeltplatz Antýgl (Böhmerwälderdeutsch: Glasverhüttung mit nur (einem) Sprich: An Tiegel) ebenfalls ein ehem. könischer Bauernhof.

Diese Höfe wurden vom böhmischen König als Enklave gestifftet zur Landnahme und Grenzbeobachtung. Privilegien der freien (!) Bauern: Waldhonig, Pech, Holz und begrenzt auch Jagd. Ausgestattet mit Glokentürmchen. Diese Höfe wurden überwiegend von Deutschen Siedler betrieben.

Durch das Zeltplatzgelände 50 HM steiler Aufstieg zum Tettauer Schwemmkanal, einem 14 km langen Triftkanal. Erbauer Ing. Rosenauer, Schwarzenbergischer Forstbeamter (1799–1801). Beachtlich ist die kühne Trassenführung an dem steilen Hang. Der Kanal ist 14 km lang.

Bis zum Beginn des 20. Jh. War Holztransport über weite Distanzen nur im Winter mit Hörnerschlitten und Trift bei der Schneeschmelze möglich. Erst 1870 wurde im Böhmerwald die erste Fahrstraße gebaut.

Besuch des Nationalpark-Informationszentrums für Holzwirtschaft und Holztransport und einem eindrucksvollem Geopark mit einer umfangreichen Sammlung großer Blöcke von Plutoniten (Tiefengesteine) und Metamorphiten (Umwandlungsgesteine) des gesammten Böhmerwaldes in Rokyta (Schätzenwald). Wir sahen eine Tonbildschau über Forstwirtschaft und Ökologie.

Nach der Mittagspause laufen wir am Kanal flußaufwärts bis zum Einlaufwehr, das wir überqueren und etwa 100 Höhenmeter aufsteigen, um auf dem Höhenrücken nach Modrava zu laufen, das wir nach einer steilen Abfahrt erreichten. Die Wiesenflächen auf dem Höhenrücken wurden ehemals vom Militär zum Grenzstreifen erklärt, kurzerhand das historische Dorf Tettau auf dieser Lichtung aufgelöst und bis zum letzten Stein abgetragen.

In Modrava aufstieg oder Busfahrt nach Filipova Huť. Wir entscheiden uns für die Busfahrt, denn nach dem Abendessen folgt der Tschechisch-Sprachkurs.

Norbert


Von Dorf zu Dorf durch die verschneite Landschaft Ziehen

Jaroslav Neužil ist glücklich. Wie ein Michael Schumacher der Berge rührt er mit dem Schaltknüppel zwischen den Gängen seines Busses herum ind schlingert die Wege rauf und runter. Schneeflocke wirbeln durch die Luft. Klatschen gegen die Windschutzscheibe. Häufen sich auf dem Erdboden zu einer ein Meter hohen Schicht aus pulverisiertem, weißem Frost… 14 Langläufer, die sich „Go East“ gesagt haben und ihren Skiurlaub im tschechischen Böhmerwald verbringen wollen.

Berge, Wälder, Wiesen. Gletscherseen und Hochmore und Flüße. Von herber Schönheit und unendlich weit dehnt sich der Gebirgszug an der Grenze zu Deutschland un Österreich. 40 Jahre lang militärisches Sperrgebiet, ein Niemandsland, in dem die Natur ungestört wuchern konnte. Schon 1973 haben zwei Böhmerwald-Gemeinden angefangen, zwischen Birken, Buchen und Fichten ein Netzt gut markierten Skiwanderwege aufzubauen. 300 km Loipen ziehen sich heute über die Berge. „Langlaufen ist in Tschechien ein Nationalsport“ sagt Jaroslav, unser Reiseführer.

Von Dorf zu Dorf können Skiwanderer durch die böhmische Landschaft gleiten. Keine schroffen Gipfel und engen Täler begrenzen das Netz der Loipen. Laufen wollen wir dort, so weit die Beine Tragen. Mal werden wir von unsere Pension aufbrechen, mal wird uns Jaroslav mit dem Bus zu unserem Startpunkt fahren. …

…In einem sanftem Auf un Ab geht es über Bergrücken, durch Hohlwege unt Täler.Dich an dicht stehen die Fichten und sind so dick mit weißen Kristallen bedeckt, daß kein Grün mehr an den Zweigen zu erkennen ist. Rauhreif überzieht wie Frostflaum die Kronen der Birken…

… „Soviel Kultur, soviel Natur“ sagt Hildegard neben mir, als wir durch die verschneite Landschaft wieder nach Hause fahren. „Das gibt´s bei uns schon lange nicht mehr!“

Aus „Brigitte“, 27.11.1996

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