Skilanglauf in Kvilda/Außergefild

Reisedauer: 8 Tage · Schwierigkeitsgrad: leicht · Teilnehmerzahl: 6–15
Verbringen Sie Ihren Winterurlaub im bekanntesten Urlaubsort auf den Hochplateaus im zentralen Böhmerwald. Kvilda ist der ideale Ausgangspunkt für Langlauftouren zu vielen Sehenswürdigkeiten im Nationalpark Böhmerwald.

Termin: Gruppenreisen nach Wunsch

Grundpreis für GruppenCZK/Pers. 12500,– (ca. EUR 520,–)

Die Tagesausflüge durch die zentralen Regionen des Nationalparks führen meist durch die ehemalige Sperrzone des Eisernen Vorhangs. – Heute treffen Sie hier auf einzigartige Natur, schneereiche Winter und gut präparierte Loipen.

Reiseleiter: Jaroslav Neužil, Hana Neužilová, Soňa Kabelová, Samuel Beneš.


Reiseablauf

SA Treffpunkt am Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein um 15.11 Uhr. Ersten Überblick über das Gebiet bei der Reliefkarte des Böhmerwalds im Infozentrum der beiden Nationalparks. Geldumtausch (evtl. Skiverleih) und dann fahren wir mit dem Bus durch die Fichtenwälder zur Unterkunft. Abends Vorstellungsrunde und Programmvorstellung.
SO Wie richtige Tschechen wollen auch wir am ersten Tag gleich zur Moldauquelle/Prameny Vltavy. Es sind nur 7 km (leicht bergauf), dann leicht berab zurück. Wer Lust und genug Kräfte hat, kann auf dem Rückweg noch einen Abstecher zum „verschwundenen“ Dorf Bučina/Buchwald unternehmen (bei gutem Wetter Alpenblick). 14 – 17 km, leicht
MO Ausflug nach Horská Kvilda/Innergefild (Besichtigung einer Holzschnitzerei) und Philippshütten/Filipova Huť. Für die Sportlichen bieten sich mehrere Verlängerungsvarianten an. Wer Interesse hat, kann am Abend mit den Reiseleitern noch eine Weile vor der Karte der Tschechischen Republik verbringen und über die geschichtsträchtige deutsch-österreichisch-tschechische Nachbarschaft diskutieren. 12 km, leicht
DI Mit dem Bus wenige Kilometer nach Modrava/Mader. Von hier aus mit den Skiern zum Pürstling/Březník, einem abgelegenen Tal unterhalb des Lusens. Zurück leicht bergab am Maderbach/Modravský potok entlang. Wer will, kann noch über Philippshütten/Filipova Huť verlängern. 14 – 18 km, leicht
MI Kulturausflug mit dem Bus: zuerst nach Lenora/Eleonorenhain (Besichtigung einer kleinen Glasmanufaktur), dann nach Prachatice/Prachatitz, in die denkmalgeschützte Renaissance-Stadt am Goldenen Steig. *Bei der Silvesterwoche findet dieser Ausflug nicht statt.
DO Durch das ehemalige Niemandsland zu den „verschwundenen“ Dörfen Bučina/Buchwald und Knížecí Pláně/Fürstenhut. Zurück mit dem Bus. 15 – 18 km, leicht
FR Durch weitläufige Wälder südlich von Kvilda zum Berg Přílba und nach Churáňov (Mittagspause). Zurück gemütlich über Horská Kvilda/Außergefild. – Abschiedsabend.
SA Rückfahrt mit dem Bus nach Bay. Eisenstein, wo wir am Bahnhof ca. um 11 Uhr sind.

Tagesziele

Moldauquelle
pramen Vltavy
Nationalpark Böhmerwald
Národní park Šumava
Böhmerwald
Šumava
Pürstling
Březník
Widratal
údolí Vydry
Antigl
Antýgl
Hammerbach
Hamerský potok
Buchwald
Bučina
Mader
Modrava
Innergefild
Horská Kvilda

Unterkunft und Verpflegung

Kvilda – Chata u Krále Šumavy, 1.000 m ü. M.

Die Pension „Zum König des Böhmerwaldes“ wurde unlängst neu renoviert. Das Restaurant im Erdgeschoss bietet sehr gute böhmische und internationale Küche. Kvilda, eines von den größeren Dörfern im Nationalpark Šumava, ist idealer Ausgangspunkt für unsere Tagestouren durch den zentralen Böhmerwald.

Skilanglauf am Silvester – Hotel Modrava, 1.000 m

Während der Silvesterwoche wohnen wir im komfortablen Hotel „Modrava“ in der gleichnamigen Ortschaft im zentralen Böhmerwald. Das Hotel verfügt u.a. über einen Lift, eine Sauna und einen Clubraum mit Billiardtisch. Die umfangreiche Speisekarte bietet auch Spezialitäten wie Wildbrett, Fischgerichte und eine reiche Auswahl an hervorragenden Weinen aus Mähren.


Im Preis inbegriffen

  • 7× Übernachtung in DZ mit Du/WC
  • 7× Halbpension
  • alle Transporte in der Tschechischen Republik
  • Eintrittskarten
  • Landkarten und ggf. Stadt- oder Loipenpläne
  • technische Unterstützung (kleine Reparaturen, Skiwachs inkl. Beratung, …)
  • 1 – 3 Reiseleiter (je nach Gruppengröße) für die gesamte Reise
  • Abendprogramm: z.B. Tschechisch-Sprachkurs, Diashow, Informationen zur Tschechischen Republik, Gesprächsrunden u.v.m.
  • Bücherkiste mit Literatur zur Tschechischen Republik und zur Region

Übersichtskarte


Stimmen der Reiseteilnehmer/-innen

Langlauf auf den Höhen des Böhmerwaldes – Erholung und Genuß für Körper, Geist und Seele!

Stunden unterwegs in dieser weißen Stille, unterbrochen von Pausen mit heißem Tee und Brotzeit aus dem Rucksack, oder einfach stehenbleiben und schauen –  die stille Schönheit dieser herben Landschaft geht unter die Haut. Einkehren in gemütlichen Kneipen, eine heiße Suppe oder ein deftiges Essen…

Unübertroffen das Talent von Jaroslav und seinem Team, je nach Laune, Wetter und Kondition zahlreiche Varianten, Abkürzungen, Verlängerungsmöglichkeiten vorzuschlagen. Keiner wird überfordert, und auch die sportlichsten kommen auf ihre Kosten!

Claudia 2006


Rüdiger: Unter der Skimütze

Wir wanderten im Böhmerwald,
der Winter war weiss,
es ging da Berg und Tal entlang,
es rann uns der Schweiss.

Refrain:
Wir lieben die Šumava,
wie ist sie so schön,
und alles was Dein Auge sah,
will nicht mehr vergeh’n.

Die Fichtenhänge wölbten sich
am Blauhorizont.
Und wenn die Sonne rot versank,
wir wurden belohnt.

Refrain

Uns murmelte der Rachelbach
aus uralter Zeit,
er hat von manchem Ungemach
das Herz uns befreit.

Refrain

Dort an der Moldau quillt es noch
und kommt nicht zur Ruh,
die Wasser grüssen fernes Land,
sie sind Ich und Du.

Refrain

Bis an die Nordsee strömen wir,
und Prag ist nicht weit,
bei Hamburg liegt der Euro schon
in Säcken bereit.

Refrain

Das alles hat sich ausgedacht
Begegnung mit Böhm’
und dankbar sind wir aufgewacht,
wir müssen’s nur neh’m.

Refrain

auf die Melodie von Smetana „Die Moldau“
18. 01. 2002


An Jaroslav und Samuel:

Liebe Freunde!
Nochmals vielen Dank für die schönen Tage mit Ihrer engagierten „Mannschaft“ in ŠUMAVA.
Ihr habt uns Ihre heimat sehr nahe gebracht!
Gute Zeit und viele Grüße!
Werner 27. 2. 2007


Aus dem Tagebuch 20.-27.1.2001

Montag, 22.1. – 19 km entlang königlicher Bauernhöfe und des Teattauer Schwemmkanals.

Über einen ehemals „könischem Bauernhof nach Horská Kvilda (Innergefield), in das Hammerbachtal. Romantische Abfahrt (200 HM/3,5 km) zum Zeltplatz Antýgl (Böhmerwälderdeutsch: Glasverhüttung mit nur (einem) Sprich: An Tiegel) ebenfalls ein ehem. könischer Bauernhof.

Diese Höfe wurden vom böhmischen König als Enklave gestifftet zur Landnahme und Grenzbeobachtung. Privilegien der freien (!) Bauern: Waldhonig, Pech, Holz und begrenzt auch Jagd. Ausgestattet mit Glokentürmchen. Diese Höfe wurden überwiegend von Deutschen Siedler betrieben.

Durch das Zeltplatzgelände 50 HM steiler Aufstieg zum Tettauer Schwemmkanal, einem 14 km langen Triftkanal. Erbauer Ing. Rosenauer, Schwarzenbergischer Forstbeamter (1799–1801). Beachtlich ist die kühne Trassenführung an dem steilen Hang. Der Kanal ist 14 km lang.

Bis zum Beginn des 20. Jh. War Holztransport über weite Distanzen nur im Winter mit Hörnerschlitten und Trift bei der Schneeschmelze möglich. Erst 1870 wurde im Böhmerwald die erste Fahrstraße gebaut.

Besuch des Nationalpark-Informationszentrums für Holzwirtschaft und Holztransport und einem eindrucksvollem Geopark mit einer umfangreichen Sammlung großer Blöcke von Plutoniten (Tiefengesteine) und Metamorphiten (Umwandlungsgesteine) des gesammten Böhmerwaldes in Rokyta (Schätzenwald). Wir sahen eine Tonbildschau über Forstwirtschaft und Ökologie.

Nach der Mittagspause laufen wir am Kanal flußaufwärts bis zum Einlaufwehr, das wir überqueren und etwa 100 Höhenmeter aufsteigen, um auf dem Höhenrücken nach Modrava zu laufen, das wir nach einer steilen Abfahrt erreichten. Die Wiesenflächen auf dem Höhenrücken wurden ehemals vom Militär zum Grenzstreifen erklärt, kurzerhand das historische Dorf Tettau auf dieser Lichtung aufgelöst und bis zum letzten Stein abgetragen.

In Modrava aufstieg oder Busfahrt nach Filipova Huť. Wir entscheiden uns für die Busfahrt, denn nach dem Abendessen folgt der Tschechisch-Sprachkurs.

Norbert


Von Dorf zu Dorf durch die verschneite Landschaft Ziehen

Jaroslav Neužil ist glücklich. Wie ein Michael Schumacher der Berge rührt er mit dem Schaltknüppel zwischen den Gängen seines Busses herum ind schlingert die Wege rauf und runter. Schneeflocke wirbeln durch die Luft. Klatschen gegen die Windschutzscheibe. Häufen sich auf dem Erdboden zu einer ein Meter hohen Schicht aus pulverisiertem, weißem Frost… 14 Langläufer, die sich „Go East“ gesagt haben und ihren Skiurlaub im tschechischen Böhmerwald verbringen wollen.

Berge, Wälder, Wiesen. Gletscherseen und Hochmore und Flüße. Von herber Schönheit und unendlich weit dehnt sich der Gebirgszug an der Grenze zu Deutschland un Österreich. 40 Jahre lang militärisches Sperrgebiet, ein Niemandsland, in dem die Natur ungestört wuchern konnte. Schon 1973 haben zwei Böhmerwald-Gemeinden angefangen, zwischen Birken, Buchen und Fichten ein Netzt gut markierten Skiwanderwege aufzubauen. 300 km Loipen ziehen sich heute über die Berge. „Langlaufen ist in Tschechien ein Nationalsport“ sagt Jaroslav, unser Reiseführer.

Von Dorf zu Dorf können Skiwanderer durch die böhmische Landschaft gleiten. Keine schroffen Gipfel und engen Täler begrenzen das Netz der Loipen. Laufen wollen wir dort, so weit die Beine Tragen. Mal werden wir von unsere Pension aufbrechen, mal wird uns Jaroslav mit dem Bus zu unserem Startpunkt fahren. …

…In einem sanftem Auf un Ab geht es über Bergrücken, durch Hohlwege unt Täler.Dich an dicht stehen die Fichten und sind so dick mit weißen Kristallen bedeckt, daß kein Grün mehr an den Zweigen zu erkennen ist. Rauhreif überzieht wie Frostflaum die Kronen der Birken…

… „Soviel Kultur, soviel Natur“ sagt Hildegard neben mir, als wir durch die verschneite Landschaft wieder nach Hause fahren. „Das gibt´s bei uns schon lange nicht mehr!“

Aus „Brigitte“, 27.11.1996

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